Ich hatte in meinem Leben schon sehr viele Vorgesetzte. Ausgezeichnete Chefs und solche, die ich lieber aus meiner Erinnerung streichen würde. Für Merahwi orientierte ich mich an den unvergesslichen.

Schwer beeindruckt hat mich eine Episode in jungen Jahren. Ich muss in etwa 24 Jahre alt gewesen sein und ich hatte Mist gebaut. Nichts, was das Unternehmen in eine handfeste Krise gestürzt hätte, aber mein Chef ging mit falschen Zahlen ins Management Meeting. Es muss für ihn unglaublich peinlich gewesen sein. Doch was machte er? Er holte mich in sein Büro. Nein, ich bekam keinen Anpfiff. Er erzählte mir, dass es für ihn unangenehm war, er mich aber gedeckt hätte, und bat mich, beim nächsten Mal besser aufzupassen. Und DAS vergaß ich ihm nie. Ab sofort überprüfte ich die Berichte hypergenau.

Millionäre ja, aber bitte ohne Klischees

So ein Chef ist Merahwi. Einer, der sich vor seine Mitarbeiter stellt. Als ich die Unternehmerfacette für ihn ausarbeitete, konnte ich aus eigenen Erfahrungen schöpfen. Ich hatte das Privileg, mit Firmenchefs mittlerer Unternehmen zusammenzuarbeiten und genoss deren Vertrauen. Dadurch lernte ich, wie Unternehmer wirklich ticken.

Ein Hubschrauber macht keinen Unternehmer, auch wenn uns »Fifty Shades of Grey« etwas anderes weismachen will. Diverse Millionärsromanzen sind soweit von der Realität entfernt, dass der Begriff Märchen eine eklatante Untertreibung darstellt. Es sind Kleinmädchen-Träume über Prinzessinnen, die den Prinzen ergattern, doch diese Mädchen haben keine Ahnung, was in so einem Prinzen vorgeht. Geld ist die Begleiterscheinung, schnelle Autos und tolle Wohnungen die Draufgabe. Doch was Unternehmer wirklich ausmacht, ist ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

Verantwortung macht für mich den Reiz an Unternehmern aus

Ich schreibe gerne Unternehmer und Führungskräfte. Aber nicht, weil ich mir den Traum vom Prinzessinnen-Leben erfüllen möchte, sondern weil ich Menschen mag, die diesen Job beherzt übernehmen. Sie müssen auch unliebsame Entscheidungen treffen, sie sind exponiert und machen Fehler. Auch das gehört dazu.

Alphatier zu sein ist keine Auszeichnung, sondern ein Knochenjob. Er macht oft auch einsam, weil kaum einer die besonderen Herausforderungen und Probleme versteht. Das Heilmittel ist eben nicht der anschmiegsame, sanfte und tugendhafte Underdog. Auch nicht das gutherzige, unschuldige Mädchen. Es heißt schließlich Führungskraft, und Kraft gibt die Bereitschaft, tagtäglich Verantwortung zu übernehmen.

Meine Lieblinge in Romanen sind immer solche Leute. Nicht, weil sie herausstrahlen, sondern weil ich ihr Ringen bewundere. Weil sie kein Märchen träumen, sondern sich dem Leben stellen. Kannst du mit ihnen sympathisieren?

Willst du sehen, wie Merahwi als Chef agiert?

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Aus diesem Buch stammt der Satz

Tanz der Ikonen