Sophie rechnet mit mir ab (Interview von Lesezauber)

Leider hat Lesezauber ihren Blog mittlerweile geschlossen. Doch das Interview, das sie anlässlich der Blogtour zu „Das Gift der Schlange“ mit Sophie führte, kann ich dir trotzdem zeigen:

Lesezauber: Du musstet Ludwig heiraten, warum fiel es dir so schwer?

Sophie: Du hast ihn ja nicht gesehen! Er war so dick, dann diese wulstigen Finger, und wie er immer breitbeinig dagesessen ist! Seine Gesprächsthemen waren auch so gähnend langweilig: Jagd, immer nur Jagd. Mich hat niemand gefragt, mich setzten sie einfach für die Heiratspolitik ein, damit sie ihre politischen Verbindungen knüpfen konnten. Sie mussten sich ja nicht ekeln, aber mir zog sich alles zusammen, wenn er nachts kam und seine ehelichen Rechte einforderte.

Lesezauber: Als dein Vater starb, ahntest du, wie es dazu kam?

Sophie: Mein Vater war krank, es war also sowieso nur eine Frage der Zeit. Ich war ganz überrascht, als ich später las, wie es sich wirklich zugetragen hatte. Nicht einmal die Gräfin von Rostow hatte Verdacht geschöpft.

Lesezauber: Als du della Motta zum ersten Mal gesehen hast, was hat dich so an ihm fasziniert?

Sophie: Man merkt, dass du ihm nie begegnet bist. Kennst du nicht einmal ein Bild von ihm? Einen schöneren Mann gibt es nicht, da bin ich vollkommen sicher. Aber es sind nicht nur seine unglaublich blauen Augen und seine schwarzen, glänzenden Haare, er weiß auch, wie er sich bewegen muss. Er geht wie ein Panther, ganz geschmeidig, aber mit so viel Kraft. In der Oper hat er alle in seinen Bann geschlagen, allein durch die Art, wie er die Loge betrat. Und in meinem Salon hättest du ihn erst sehen sollen! Die elegante Bewegung, mit der er die Tasse zum Mund führt, die aufmerksame Haltung, mit der er im Sessel sitzt, das eine Bein leicht zurückgestellt, den Oberkörper dir entgegen geneigt. Wenn er dir den Hof macht, tut er, als würde es außer dir sonst niemanden auf der Welt geben. So ein verlogener Heuchler!

Lesezauber: Der Schlangenbund, wie kam es dazu?

Sophie: Pst, über die Schlangen darf man nicht offen reden! Das war das Erste, das mir die Gräfin von Rostow eingeschärft hat. Sie ging nie zur Messe, sogar bei hohen Feiertagen, an denen der Hof repräsentieren musste, fand sie immer eine Ausrede. Einmal habe ich sie gefragt, warum sie das tut, und da erzählte sie mir von der Machtgier der Kirche und von einer sehr alten Religion, die den Menschen dient und ihre Töchter nicht vergesse.

Lesezauber: Deine Erlebnisse im Kerker, auf Befehl deiner Schwester, magst du überhaupt darüber reden?

Sophie (ihr Gesicht versteinert sich sofort): Ich finde es immer noch unverschämt, dass die Autorin diese Ereignisse ins Buch aufgenommen hat. Sie gehen nur mich etwas an, nicht einmal der Marchese spricht mich darauf an. Bis das Buch erschien, wusste nur er davon, die Gräfin von Rostow, und wahrscheinlich ahnte es auch der Diener des Marchese. Jetzt zeigen alle Leser mit dem Finger auf mich!

Lesezauber: Durch die Rettung von Della Motta, wurden deine Gefühle für ihn mehr?

Sophie: Du meinst, ich soll ihm dankbar sein? Ich finde, er schuldet mir schon genug, und hätte er seine Pflicht getan, wäre ich gar nicht in diese Situation gekommen. Er hat mich sehr verletzt, so etwas vergisst man nicht. Ich hätte auf die Gräfin hören sollen, sie hat mich vor ihm gewarnt.

Lesezauber: Würdest du dein Teil der Geschichte ändern wollen?

Sophie: Und ob! Es ist doch sonnenklar, dass meine Autorin mich nicht mag. Bin ich wirklich so farblos? Mit den anderen Damen in dem Buch kann ich nicht konkurrieren, sogar die Magd hat sie lieber. Kein Wunder, dass der Marchese mich nicht lieben darf, der muss ja unbedingt eine starke Frau bekommen. Ich verrate dir etwas: Ich will gar nicht stark sein, und das geht meiner Autorin gegen den Strich. Sie sagt, sie kann Weibchen nicht ausstehen. Na und, ich kann sie auch nicht leiden.

Lesezauber: Wie würde es aussehen?

Sophie: Ich wäre die Erstgeborene, würde den Marchese heiraten und Katharina in ein Kloster stecken. Ohne Männer geht die von selbst zugrunde, und das geschähe ihr ganz recht. Die Gräfin sieht mich gerade tadelnd an und zischt, ich benähme mich nicht würdevoll, sondern wie ein Kind. Sie meint, ich könne den Marchese sowieso nicht halten und er würde mich ständig betrügen.

Was meinst du, hat Sophie recht? Wenn du wissen willst, wie es mit ihr weitergeht und sie die Ereignisse wegsteckt, dann triffst du sie in „Der Schwur der Schlange“ wieder.

Mehr zum Buch lesen

In diesen Romanen spielt Sophie mit

Detaillierte Informationen zu den Büchern findest du, indem du mit der Maus über das Cover fährst und auf das Link-Symbol klickst.

In diesen Romanen spielen Merahwi und Julian mit

Detaillierte Informationen zu den Büchern findest du, indem du mit der Maus über das Cover fährst und auf das Link-Symbol klickst.

Bild: © ysbrandcosijn – Fotolia.com