Ich liebe schlagfertige Dialoge, in denen die Worte wie gut gezielte Tennisbälle über das Netz fliegen. Dieser Wortwechsel findet während eines Coups statt. Julian hält angespannte Situationen nicht aus und entschärft sie durch seine Blödelei. Merahwi reagiert gleich auf mehreren Ebenen:

  1. Er könnte Julian durchaus zum Ernst mahnen, doch er geht auf ihn, seinen Charakter und seine Bedürfnisse ein. Er weiß, dass Julian dieses Ventil braucht, und lässt es ihm. Das spricht für seine eigene Empathie und für seinen guten Führungsstil.
  2. Er bleibt mit seiner Antwort in Julians Metapher. Für mich zeigt er damit einen sehr liebevollen Umgang, ohne dabei die Karten aufzudecken. Er spielt bei Julians Vorliebe für Heldensagen mit und spricht Julians Sprache.
  3. Die beiden kommunizieren als gebildete, kultivierte und intellektuelle Leute. Beide kennen die Artus-Sage, beide wissen, dass Lancelot ein Techtelmechtel mit Artus‘ Frau hat. Und so bringt er seine Mahnung mit sehr trockenem Humor eben doch an, denn Artus steht für den Gegenspieler, der sie nicht erwischen darf. Sie spielen in einer Liga, nicht gegeneinander, sondern sie werfen sich sehr lustvoll die Bälle gegenseitig zu.

Die Szene stammt aus Poker mit Hai, wo die Beziehung bereits geknüpft wurde und sich nun bewähren muss. Gerade die Nuancen im Umgang miteinander waren mir wichtig. Trotz der spannenden Handlung soll man sie schließlich als Paar spüren können.

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