Im Zusammenhang mit Homosexualität werden manchmal schon ganz schön dämliche Fragen gestellt. Ich gebe zu, früher war ich davor auch nicht wirklich gefeit, weil ich erst einmal begreifen musste, dass sich das in meinem Heteroleben erlernte Rollen- und Sexualverhalten eben nicht eins zu eins auf homosexuelle Beziehungen umlegen lässt. Meine dümmste Frage war aber hoffentlich: »Bist du eher der Mann oder die Frau?« Aus heutiger Sicht und mit dem heutigen Wissen ganz schön peinlich. Wohl auch für die, die ich gefragt hatte.

Faszination für das Andere

Ich fand Homosexualität nie abstoßend, weder männliche noch weibliche, sondern immer faszinierend. Weil sie für mich exotisch ist, anders, geheimnisvoll. Weil sie mir fremd, in meinen Augen aber genauso vollwertig ist. Mir tut es immer weh, wenn ich von Umerziehungsmaßnahmen lese, von der Diskriminierung und Verfolgung Schwuler. Warum tun Menschen anderen das an? Schwule oder Lesben tun doch niemandem etwas?

Die eigene Unsicherheit?

Sind wir uns so unsicher über unsere eigene Sexualität oder über unser eigenes Rollenbild, dass wir das Andere als Bedrohung empfinden? Dass manche sogar das Bedürfnis haben, es auszurotten? Ich könnte ja noch verstehen (wenn auch nicht gutheißen), wenn es um Futterneid oder wirtschaftliche Interessen ginge. Aber man nimmt sich gegenseitig doch nichts weg!

Nur eine Frage der Vorliebe

Unter anderem schreibe ich homosexuelle Protagonisten. Nicht, um mich an ihnen aufzugeilen, wie es manche im Gay-Genre leider tun, sondern weil es ganz normale Menschen sind, die eben eine besondere Vorliebe haben. So wie ich eine Vorliebe für dunkelhaarige Männer im Anzug hege oder du vielleicht für Sommersprossen. Es kommt doch auf die Geschichten an. Auf die einer Figur und auf die einer Person. Auf ihre Taten. Und wie wollen wir etwas beurteilen, das wir nur von außen kennen?

Der Satz fällt in einem Streitgespräch, das wirklich unter die Gürtellinie geht. Gar nicht mal wegen der sexuellen Orientierung, sondern aus Gründen, die nicht weniger diskriminierend sind. Und in einer Situation, in der man wirklich nicht damit gerechnet hätte. Willst du mehr darüber wissen? Dann geht es hier entlang zum Buch.

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Aus diesem Buch stammt der Satz

Poker mit Hai