Wer schreiben will, muss lesen. Viel lesen. Das war schon immer mein Credo. Denn wenn Schriftsteller ständig im eigenen Saft schmoren, laufen sie Gefahr, sich zu wiederholen, und ihr Stil hat nicht die geringste Chance, sich weiterzuentwickeln. Ein ausgetretenes und erprobtes Feld zu beackern, mag zwar einfach sein, aber es wird irgendwann langweilig. Für dich ebenso wie für mich.

Ausmisten, ausmisten, ausmisten

2020 war ein sehr spezielles Lesejahr für mich. Eigentlich hatte ich Buchaktionsnewsletter nur zur Marktbeobachtung abonniert, weil ich meine eigene Werbung nicht ins Blaue schießen wollte. Doch dann ist mir etwas vermutlich sehr Menschliches passiert: Ich bin in die Schnäppchenjäger-Falle getappt, und es haben sich jede Menge Gratisbücher oder extrem vergünstigte Bücher auf meinem E-Reader angehäuft.

Dieses Jahr hatte ich schon vor Corona mit radikalem Ausmisten begonnen. Ich bin weder ein Messie noch ein Hamster, sondern lebe eigentlich recht minimalistisch. Eigentlich. Denn es war sagenhaft, wie viel ich immer noch leichten Herzens weggeben konnte und welche Freiheit mir das verschaffte. Mein Ziel ist, mich nur mehr mit Dingen zu umgeben, die mir Freude bereiten, und meine Wohnung wird von Monat zu Monat schöner. Doch da war noch mein E-Reader …

Digital ist ja trotzdem da

Als ich unter anderem aus Platzgründen von Print auf E-Books umgestiegen bin, waren die vielen Bücher nur scheinbar weg. Sie waren zwar aus den Augen, aus dem Sinn aber keineswegs. Es stresste mich, denn ich hatte ein richtig schlechtes Gewissen, wenn ich ein neues Buch einschieben wollte. Schön blöd, nicht? Also nahm ich mir heuer meinen digitalen SUB (Stapel ungelesener Bücher) vor.

Was mich nicht mehr interessierte, löschte ich sofort, den Rest las ich zumindest an. Und ich brach rigoros ab, was mich nicht überzeugte. Meine Zeit ist zu kostbar für schlechte Bücher oder solche, durch die ich mich emotional quälen muss. Manchmal kam ich bis Seite 5, manchmal bis 50 und in einem Fall schmiss ich das Handtuch bei 200.

Meine Lesehighlights befanden sich alle nicht im SUB

Die Bücher, die mich heuer absolut überzeugten, ja geradezu begeisterten, entdeckte ich allesamt durch laufende Werbung. Ich abonnierte neben den Ramschlisten die Newsletter von Verlagen, deren Programm mir zusagt. Ich verfolgte Leserunden auf Lovelybooks, ich holte mir ganz bewusst Buchwerbung in meinen Newsfeed auf Facebook. Und ich traf eine prinzipielle Entscheidung: Ich lese keine Bücher mehr, die nicht regulär mindestens 5,99 Euro kosten. Kann sein, dass sich auch unter den Dumpingpreisen Perlen verbergen, doch meiner Erfahrung nach ist das eine echte unter hundert Attrappen. Ja, ich schlage immer noch bei Preisaktionen zu, aber nur mehr dann, wenn ich das Buch auch ohne Aktion auf meine Liste genommen hätte.

Gemischtes Programm

Durch dieses bewusstere Lesen spielte ich mich frei. Ich hatte beim Ausmisten viel Groll, aber zwischendurch auch extrem gute, fesselnde Lesestunden. Und ihnen verdanke ich gleich mehrere Highlights, die ich nicht unter den Tisch fallen lassen möchte. Hier sind meine Top Five.

Warum Demokratien Helden brauchen

5. Platz

»Warum Demokratien Helden brauchen. Plädoyer für einen zeitgemäßen Heroismus« entdeckte ich auf der Buch Wien, und natürlich zog mich das Heldenthema magisch an. Ich lese immer wieder hinein, weil dieses philosophische Fachbuch mit genialen Definitionen und Grundsatzüberlegungen aufwartet.

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Achtsam morden

4. Platz

Sagte ich schon einmal, dass ich Ironie liebe? »Achtsam morden« wartet mit einer gehörigen Portion Zeitgeist-Kritik auf und das auf ausgesprochen unterhaltsame Weise.

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Don Cavelli und der letzte Papst

3. Platz

Mit »Don Cavelli und der letzte Papst« entdeckte ich einen spannenden Vatikanthriller mit äußerst sympathischen Protagonisten. Ein echter Pageturner.

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Clan-Land

2. Platz

Was bei mir immer Garant für Lesegenuss ist, sind charismatische Figuren und starke, aufwühlende Emotionen. »Clan-Land« entführte mich in die nahe Zukunft, ungemein beklemmend und leider sehr realistisch. Nach diesem Buch brauchte ich ein paar Tage Lesepause, weil ich den Eindruck nicht verwischen und möglichst lange nachwirken lassen wollte.

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Das Register

1. Platz und Highlight 2020

Wenn ich mich für ein einziges Lesehighlight entscheiden müsste, wählte ich »Das Register«. Dieses Romandebut von Marcel Mellor war ein Zufallsfund, und ohne das tolle Cover wäre ich vermutlich gar nicht darauf aufmerksam geworden. Ein Zeitreisethriller, ultraspannend und so richtig zum Eintauchen und atemlos Lesen. Wirklich beeindruckende Leistung für einen Erstlingsroman und der Beweis, dass es auch im Selfpublishing hervorragende Bücher gibt!

Funfact: Als ich die 5-Sterne-Rezension schrieb, wusste ich noch nicht, dass Marcel für die Actionszenen meinen eigenen Leitfaden benutzt hatte. 😉 Die 5 Sterne bekam das Buch, weil ich atemlos darin versank wie schon lange nicht mehr.

Meine Rezension

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Das waren meine fünf beeindruckendsten Leseerlebnisse. Hattest du großartige Bücher in den Händen? Was war dein Highlight?

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