Hacker haben ein interessantes Image. Sie sind Genies der Informationsbeschaffung, Rebellen, die die Welt vor korrupten Systemen oder Schurken retten. Oder das personifizierte Böse selbst, sobald sie unsere Daten klauen, Websites und Social-Media-Accounts kapern. Wenn die Genies zu Erpressern werden und es uns am eigenen Leib trifft.

David gegen Goliath

Im Prinzip könnte jeder mit analytischem Verständnis, Fachwissen und Internetzugang ein Hacker sein. Das macht sie so faszinierend. Man braucht keinen Doktor in Raketenwissenschaft, auch nicht das Netzwerk eines Harvard-Absolventen oder Freimaurers. Hacken kann selbst der kleine Mann oder die kleine Frau. Es ist aber keine einfache Cinderella-Story. Wer hackt, lässt sich nicht vom Prinzen retten, sondern wird selbst aktiv. Im Hacken liegen Initiative, Rebellion und auch eine gehörige Portion Spiel.

Nicht jeder Hacker ist ein Nerd

In Filmen werden Hacker gerne als Nerds dargestellt. Oft liebenswürdig, aber statt Sozialkontakten pflegen sie die Beziehung zu ihrem Computer, die leeren Pizzakartons stapeln sich, und die T-Shirts werden vermutlich einmal pro Monat gewechselt. Als Klischee funktioniert es, weiter kann man sich von System und Establishment wohl kaum entfernen. Genau so einen Hacker wollte ich jedoch nicht schreiben.

Ich bin überzeugt, dass sehr viele Hacker blitzgescheit und sozial topintegriert sind. Sie arbeiten für große Firmen, um Sicherheitslücken aufzuspüren, und werden dort wohl kaum vergammelt auftreten. Intelligenz setzt nicht Verwahrlosung voraus, warum wird es dann so dargestellt?

Fürchten wir Intelligenz?

Ist es der Versuch, überdurchschnittliche Intelligenz und großes Talent auszugrenzen? In einen Bereich zu schieben, der das Durchschnittsleben nicht bedroht? Weil es zwar faszinierend ist, was die Mädels und Jungs können, aber selbst will man wirklich nicht so schräg sein? Mit solch einer Einordnung muss man es auch gar nicht erst probieren, mit ihr entlastet man sich in erster Linie selbst.

Ob man nun strahlende Helden bevorzugt oder die bodenständigen, schlampigen, nahbaren, auf Distanz rückt man sie beide durch ihre Ausnahmestellung. Man darf sie bewundern und ihnen auch ein bisschen nacheifern – aber nur so weit, soweit es die eigene Komfortzone eben zulässt.

Hacken ist Macht. Und Macht erfordert Moral

Ich kenne kaum einen Begriff, der stärker polarisiert als Macht. Wer sich in der Opferrolle wohlfühlt, sieht sofort den Machtmissbrauch, wobei der im Begriff selbst ja noch gar nicht angelegt ist. Macht ist schlicht und einfach das Vermögen, etwas zu tun oder zu gestalten. Einfluss zu nehmen. Ob man es zum Guten oder zum Bösen tut, hat nichts mit der Macht zu tun, sondern mit den eigenen Werten und dem eigenen Rechtsempfinden.

An diesem Punkt werden Hacker für mich spannend. Sie verfügen also über dieses große Talent, über die Fähigkeit, die Kompetenz und die Macht, sich Zugang zu verschaffen. Zu welchem Zweck setzen sie ihr Können ein? Welche Grenzen ziehen sie? Stehen sie auf der Seite des Gesetzes (wohl kaum) oder des Rechts? Und wer definiert, was recht ist? Sympathisierst du in Geschichten mit Hackern? Und im realen Leben?

Jan Kaminski, der Hacker in Merahwis Team

In der Reihe „Shark Temptations“ stützt sich Merahwi auf Jan, einen begnadeten Hacker, der so ziemlich jedes Hackerklischee über den Haufen wirft. Jan zählt zu meinen Lieblingsfiguren in der Reihe, ich mag seine Wortwechsel mit Julian und seine besonnen-witzige Art. Seine gegenseitigen Frotzeleien mit Stella und … Aber weißt du was? Lies am besten selbst!

Das Buch jetzt gleich lesen*

Aus diesem Buch stammt der Satz

Poker mit Hai