Passt die Frage nach Frauenpower überhaupt zu Büchern, die von männlichen Protagonisten handeln? Oh ja, und wie! Auch wenn ich bei den Helden die maskuline Energie vorziehe, fristen Frauen kein Mauerblümchendasein bei mir.

Frauenpower ist wörtlich zu nehmen

Ich war immer davon überzeugt, dass wirklich starke Männer ebenso starke, ebenbürtige Frauen wollen. Ein echter Held braucht nämlich nicht die Anbetung ihn anhimmelnder Mädchen, sondern Partnerinnen, auf die er sich voll und ganz verlassen kann, mit denen er sich austauscht und an deren Seite er Kraft schöpfen darf. Wo ein naives, ach so sanftes und hinschmelzendes Weibchen auftaucht, stelle ich sofort meine Stacheln auf. Meine Frauenfiguren sind allesamt stark, zumindest die positiv besetzten.

Weiblich und emanzipiert

Heutzutage scheint es modern zu sein, die Geschlechterrollen entweder zu überzeichnen oder auszuradieren. Männer sollen Machos oder Softies sein, und Frauen Übermütter und auf geradezu esoterische Weise weich. Oder sie treten als sexistisch verbrämte Comic-Heldinnen, kämpferische Amazonen oder aalglatte Mannweiber auf. Das finde ich extrem schade. Emanzipation und Karriere vertragen sich sehr wohl mit Weiblichkeit, ich mag starke, feminine Frauen, die sehr selbstbewusst ihre Weiblichkeit annehmen, sie lieben und sie selbstverständlich leben. Auf Augenhöhe, nicht als verkappte Männer oder Kontrastmodell.

Die ebenbürtige Geliebte

Mit der Gräfin von Rostow schrieb ich mir selbst einen Platz in die Romane, schließlich sollte der Marchese eine Frau wie mich lieben und nicht die sanften Heimchen am Herd oder die naiven Unschuldslämmer. Klug, intelligent und im permanenten Kampf gegen die gläserne Decke tritt sie für das ein, woran sie glaubt. Dass sie ständig aus der zweiten Position agieren muss, eben nicht Fürstin, sondern erste Hofdame ist, macht sie umso interessanter für mich. Sie braucht nicht den Aschenputtel-Plot, sie zeigt ihre Stärke gerade in einer realistischen Rolle und kann es mit den gefährlichsten Männern als ernstzunehmende Gegenspielerin aufnehmen. Bei ihr erlaubte ich mir einen kleinen Anachronismus, denn sie ist ihrem Jahrhundert weit voraus. Ich rechtfertige das durch den uralten, ursprünglich matriarchalischen Kult, dessen Priesterin sie ist.

Die Frau vor dem starken Mann

Gemeint ist Dana, Merahwis Sekretärin. Vor ihm deshalb, weil sie in seinem Vorzimmer sitzt. Nur über sie dringt man zum Chef vor, und Julian begreift sehr schnell, dass man sich mit ihr besser nicht anlegt. Hinter Merahwi wäre genauso richtig, weil sie ihm den Rücken freihält, organisatiorisch wie emotional. Sie ist eine meiner Lieblingsfiguren und demonstriert, dass man kein Mannweib sein muss, um stark zu sein. Sehr weiblich kommt sie daher, in schicken Kleidern, Lockenmähne und High Heels, pariert Machos charmant, aber unmissverständlich und hat ihren charismatischen Chef ebenso im Griff wie sie souverän die ganze Belegschaft dirigiert. Auch sie ist eine unentbehrliche Verbündete, die sich niemals über ihr Verhältnis zum männlichen Helden definieren muss. Mit großer Feinfühligkeit steht sie ihrem Chef in schlimmen Stunden zur Seite und rückt beziehungstechnisch so manches zwischen den beiden komplizierten Herren ins Lot.

Amazonen können ganz schön nerven

Stella war eigentlich als Antwort auf die sehr unweiblichen Frauen in meinem damaligen schriftstellerischen Umfeld gedacht. Mich nervte die Verherrlichung von Military-Look, Kampfstiefeln und Tarnfleck, das prollige Auftreten gewisser Kolleginnen. Und dann mutierte sie mir mitten beim Schreiben unter der Feder. Mit ihrer ruppigen Art steht sie sich selbst im Weg und kaschiert einen im Grunde genommen liebenswürdigen Charakter. Während (mit Ausnahme Merahwis) ihre männlichen Kollegen reine Schreibtischtäter sind, ist sie nicht nur die Spezialistin für Alarmanlagen, sondern auch die Frau fürs Grobe und seine perfekte Partnerin in crime.

Ein bunter Kosmos an Frauen

Verführerische Vamps, heitere Kolleginnen, homophobe Klientinnen und noch viele weitere Frauentypen ergänzen das weibliche Spektrum in den Romanen. Schwach ist nur eine, nämlich genau die, die ihre gesellschaftliche Aufgabe nicht wahrhaben will und sich aus der Verantwortung stiehlt. Und auch das ist ein Statement. Ich schrieb nie für naive Mädchen, sondern stets für gestandene Frauen, und die nehmen es selbstbewusst, unprätentiös und vor allem nicht zickig mit den Männern auf. Selbst oder gerade wenn diese Männer Helden sind.

Welche Frauenfiguren magst du in Büchern und mit welchen kannst du dich identifizieren?

Die stärkste Frauenfigur ist zweifellos die Gräfin von Rostow in der Marchese-Reihe. Nähere Informationen zu den Büchern findest du, indem du mit der Maus über das Cover fährst und auf das Link-Symbol klickst.

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Bild: © Marko Brock unter Verwendung des Gemäldes Frances Browne, Mrs John Douglas (1746 – 1811) von Thomas Gainsborough – National Trust, Waddesdon (Thomas Gainsborough / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0))