Wenn du „Das Gift der Schlange“ gelesen hast, dann weißt du, wie tief der Marchese in Musik eintauchen kann. Kunst ist für ihn eine Möglichkeit, einmal die Gefahren seines Berufs zu vergessen und zu entspannen.

Auch im kommenden Band genießt er Orgelmusik, bei einem Besuch des Straßburger Münsters. Die Orgel auf dem Foto habe ich zwar in St. Gallen aufgenommen, doch ausnahmsweise kommt es mal nicht aufs Bild an. Hast du Lust auf ein Klangerlebnis?

Lausche hier hinein in das Schnipsel

Della Motta legte den Kopf in den Nacken, bewunderte die astronomische Uhr und schritt weiter. Die zahlreichen Bleiglasfenster warfen bunte Muster auf den Boden, und in der Höhe tosten Orgelklänge, obwohl kein Gottesdienst im Gange war. Einen Moment lang überließ er sich den gewaltigen Tönen, ließ sich emportragen und von einem Triller beschwingen, glitt mit der Wucht der tieferen Pfeifen in die Dunkelheit zurück und spürte sie in seinem Körper vibrieren. Seine Brust weitete sich, sein Atem glich sich dem Takt der Musik an. Er blies die Luft im Einklang mit den Akkorden von sich und hätte um ein Haar vergessen, warum er hier war.

Der Schwur der Schlange